Schulterschmerzen beim Heben des Arms- Impingement, Rotatorenmanschettenriss und moderne Behandlung
Ein stechender Schmerz, sobald Sie den Arm über die Schulterhöhe heben — beim Anziehen, beim Greifen ins Oberregal, beim Föhnen. Schulterschmerzen beim Arm-Heben gehören zu den häufigsten orthopädischen Beschwerdebildern überhaupt. Sie entstehen meist im Zusammenspiel von Impingement-Syndrom und Reizung bzw. Riss der Rotatorenmanschette.
Die gute Nachricht: Über 80 % aller dieser Beschwerdebilder lassen sich ohne Operation gut behandeln — vorausgesetzt, die Diagnose ist präzise, und die Therapie kombiniert Schmerzlinderung mit gezieltem Aufbau der Rotatorenmanschette und Skapula-Stabilisierung.
Als Schulter-Spezialisten in Düsseldorf diagnostizieren und behandeln wir das Impingement und alle Formen der Rotatorenmanschetten-Erkrankung — von der konservativen Therapie bis zur arthroskopischen Operation.
Anatomie — was zwickt beim Heben des Arms?
Unter dem Schulterdach (Akromion) liegt ein schmaler Raum, durch den die Sehnen der Rotatorenmanschette und ein Schleimbeutel verlaufen. Beim Heben des Arms verkleinert sich dieser Raum — bei einer Schwäche, Reizung oder einem Riss der Sehnen entstehen die typischen Schmerzen.
Rotatorenmanschette — vier Muskeln, die das Schultergelenk stabilisieren (Supraspinatus, Infraspinatus, Subscapularis, Teres minor)
Subakromialer Schleimbeutel (Bursa) — federt zwischen Sehne und Akromion ab
Akromion — knöchernes Schulterdach, kann anatomisch eng sein (Bigliani-Typ III)
Typische Schmerzbilder
Impingement-Syndrom
Painful Arc — Schmerz beim aktiven Anheben des Arms zwischen 60° und 120°. Nachtschmerz beim Liegen auf der betroffenen Seite. Schmerz beim Greifen nach hinten (BH-Schließen, Hosentasche).
Reizung der Rotatorenmanschette (Tendinopathie)
Belastungsschmerz, Steifigkeit nach Ruhe, Kraftverlust beim Halten oder Anheben des Arms.
Rotatorenmanschetten-Riss
Deutlicher Kraftverlust beim Arm-Anheben, oft anhaltender Nachtschmerz, je nach Rissart auch Pseudoparalyse („Arm hängt“).
Diagnose in unserer Praxis
Anamnese: Schmerzcharakter, Unfallhergang, Belastungsprofil
Klinische Tests: Neer-Test, Hawkins-Kennedy, Jobe-Test, Drop-Arm-Test
Bewegungsumfang aktiv vs. passiv
Hochauflösender Ultraschall — dynamische Untersuchung von Sehnen, Bursa, Akromion
Röntgen bei Verdacht auf knöcherne Ursachen
MRT bei Verdacht auf Sehnenriss oder vor OP-Planung
Die genaue Unterscheidung zwischen Impingement, Tendinopathie und Sehnenriss ist entscheidend, weil sich die Therapie deutlich unterscheidet.
Konservative Therapie
Belastungspause für Überkopf-Sport und auslösende Bewegungen
NSAR in der akuten Phase
Physiotherapie — Kräftigung Rotatorenmanschette und Skapula-Stabilisation
Manualtherapie — Mobilisation der hinteren Kapsel, Brustwirbelsäule
Stoßwellentherapie bei Kalkschulter-Anteil
Subakromiale Cortison-Infiltration — gezielt, selten, unter Ultraschallkontrolle
Eigenplasma-Therapie (ACP, ACS) bei chronischer Tendinopathie ergänzend
Hochenergie-Magnetfeldtherapie — als Adjuvans
Operative Therapie
Arthroskopische Subakromiale Dekompression
Bei mechanischer Enge unter dem Akromion mit Reizung. Erweiterung des Subakromialraums. Heute nur bei klarer mechanischer Ursache.
Rotatorenmanschetten-Naht
Bei traumatischen Rissen, jüngeren aktiven Patientinnen und Patienten sowie therapieresistenten Verläufen. Mehr zu Sehnenrissen an der Schulter lesen Sie auf unserer Themenseite.
Kalkdepot-Entfernung
Bei chronischer Kalkschulter mit anhaltenden Beschwerden trotz Stoßwellentherapie und ausgeschöpfter konservativer Therapie..
Wann zur OP, wann konservativ?
Eher konservativ
Reines Impingement ohne Sehnenriss
Kleiner Teil-Riss bei älteren Patientinnen und Patienten ohne hohen Anspruch
Beschwerden über weniger als 6 Monate
Eher operativ
Traumatischer Komplett-Riss bei jüngeren aktiven Patientinnen und Patienten
Pseudoparalyse
Therapieresistenter Verlauf über 6 Monate
Großer Partial-Riss mit Funktionsverlust
Übungen für die Schulter
Drei Basisübungen aus unserem Reha-Protokoll — bitte erst nach ärztlicher Abklärung beginnen:
Außenrotation mit Theraband: Ellenbogen 90° am Körper, Unterarm gegen Bandwiderstand nach außen drehen. 3 × 15.
Skapula-Retraktion: Schulterblätter aktiv zusammenziehen und 5 Sekunden halten. 3 × 12.
Wandstütz mit Plus (Serratus-Aktivierung): Wand-Liegestütz, am Ende der Bewegung Schulterblätter zusätzlich nach vorne schieben. 3 × 12.
Häufig gestellte Fragen
Was kann man gegen Schulterschmerzen beim Arm-Heben tun?
In der akuten Phase: Belastung reduzieren, NSAR, ggf. Kälteanwendung. Mittelfristig sind Kräftigungsübungen für Rotatorenmanschette und Skapula-Stabilisator das Wichtigste — sie wirken nachhaltig.
Welcher Arzt behandelt Schulterschmerzen?
Erste Anlaufstelle ist der Orthopäde. Bei strukturellen Schäden wie Rotatorenmanschettenriss ist ein Schulter-Spezialist mit umfassender Erfahrung in arthroskopischer Schulterchirurgie sinnvoll.
Hilft Physiotherapie bei Schulter-Impingement?
Ja — Physiotherapie ist der Goldstandard der konservativen Behandlung. Wichtig sind gezielte Kräftigung der Außenrotatoren und Skapula-Stabilisierung — nicht nur passive Mobilisation.
Kann ein Rotatorenmanschettenriss von selbst heilen?
Strukturell heilt ein vollständiger Riss nicht von selbst zu. Bei Teilrissen oder degenerativen Rissen kann sich der Funktionszustand mit gezielter Therapie aber soweit verbessern, dass eine OP nicht nötig wird.
Wie lange dauert die Reha nach einer Schulter-Operation?
Nach subakromialer Dekompression 6–12 Wochen, nach Rotatorenmanschetten-Naht 4–6 Monate bis zur vollen Belastung. Sport wieder ab Monat 4–6 je nach Sportart.
Haben Sie Fragen zu unserer Praxis oder unseren Leistungen? Rufen Sie uns einfach an oder senden Sie uns eine E-Mail, wir helfen Ihnen gerne weiter.
Vereinbaren Sie noch heute Ihren Termin

