Taubheitsgefühle und Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger – besonders nachts oder beim Telefonieren: Das sind die typischen Zeichen eines Karpaltunnelsyndroms. Es gehört zu den häufigsten Nervenengpasssyndromen in Deutschland und tritt vor allem bei Frauen im mittleren bis höheren Alter auf. Die Handspezialisten der OCS Düsseldorf erklären, was dahintersteckt und wann Behandlung notwendig wird.

Was ist der Karpaltunnel – und was passiert beim Syndrom?

Der Karpaltunnel ist ein Kanal an der Innenseite des Handgelenks, durch den der Nervus medianus (Mittelnerv) und neun Beugesehnen verlaufen. Schwillt das Gewebe in diesem Kanal an – durch Überlastung, hormonelle Veränderungen (z.B. Schwangerschaft, Wechseljahre) oder entzündliche Erkrankungen – wird der Nerv eingeengt. Die Folge: Kribbeln, Taubheit, später Kraftverlust in der Hand.

Typische Symptome des Karpaltunnelsyndroms

  •       Kribbeln und Taubheitsgefühl in Daumen, Zeige-, Mittel- und oft halben Ringfinger
  •       Schmerzen, die vom Handgelenk in den Unterarm ausstrahlen können
  •       Beschwerden besonders nachts (viele Patienten wachen auf und schütteln die Hand aus)
  •       Beschwerden beim Halten von Gegenständen (Lenkrad, Telefon, Buch)
  •       Im fortgeschrittenen Stadium: Kraftverlust beim Greifen, sichtbarer Muskelschwund am Daumenballen

Diagnose – so geht der Arzt vor

Neben der klinischen Untersuchung (Tinel-Zeichen, Phalen-Test) ist die Elektroneurographie (Nervenleitungsmessung) der Goldstandard. Sie misst, ob und wie stark der Nerv verlangsamt ist, und hilft dabei, den Schweregrad einzuschätzen und eine Operation zu planen.

Behandlung – von der Schiene bis zur OP

Leichtes bis mittelschweres Karpaltunnelsyndrom wird zunächst konservativ behandelt:

  •       Handgelenkschiene nachts: Hält das Handgelenk in neutraler Position und entlastet den Nerv – oft schon nach wenigen Wochen deutliche Verbesserung
  •       Kortison-Infiltration: Einspritzung direkt in den Karpaltunnel – wirkt entzündungshemmend und kann die Symptome für Monate lindern
  •       Physiotherapie und Ergonomie: Anpassung des Arbeitsplatzes, Dehnübungen

Bei fortgeschrittenem Karpaltunnelsyndrom mit Muskelschwund, anhaltenden Beschwerden trotz Schiene oder starker Nervenverlangsamung empfiehlt sich die Operation. Die Karpaltunnel-Spaltung ist ein kleiner, ambulanter Eingriff (15–20 Minuten), der in Lokalanästhesie durchgeführt wird. Die Erfolgsrate ist mit über 90 % sehr hoch.

FAQ – Karpaltunnelsyndrom

Wie lange kann man mit einer OP warten?

Wenn nur Kribbeln und Taubheit ohne Kraftverlust bestehen, ist Zeit zum Ausprobieren konservativer Maßnahmen. Bei Muskelschwund am Daumenballen sollte die OP nicht zu lange hinausgezögert werden – Nervenschäden können dauerhaft sein.

Wie lange bin ich nach der Karpaltunnel-OP eingeschränkt?

Die meisten Patienten können die Hand nach 1–2 Wochen für leichte Tätigkeiten nutzen. Körperliche Arbeit ist nach 4–6 Wochen wieder möglich. Die Kribbelsymptome verbessern sich oft innerhalb von Wochen bis Monaten.

Kann Karpaltunnelsyndrom in der Schwangerschaft auftreten?

Ja – Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft erhöhen den Druck im Karpaltunnel. In der Regel bildet sich das Syndrom nach der Geburt von selbst zurück. Eine Schiene bringt in der Zwischenzeit Erleichterung.

➜ Kribbeln oder Taubheit in der Hand? Unsere Handspezialisten der OCS Düsseldorf stellen schnell die richtige Diagnose – und klären, ob konservative Therapie oder eine ambulante OP der richtige Weg ist.

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