Schulterschmerzen sind unangenehm und können viele Ursachen haben – von einer einfachen Muskelverspannung bis hin zum Rotatorenmanschettenriss. Die häufigste Frage lautet: Welcher Arzt ist eigentlich zuständig? Und wann reicht der Hausarzt, wann braucht es einen Spezialisten? Dieser Artikel gibt Ihnen eine klare Orientierung.
Welcher Arzt behandelt Schulterschmerzen?
Das hängt von Art und Dauer Ihrer Beschwerden ab. Im Überblick:
- Hausarzt: Guter erster Ansprechpartner bei neu aufgetretenen, nicht traumatischen Schulterschmerzen. Kann Entzündungszeichen erkennen, erste Bildgebung veranlassen und bei Bedarf überweisen.
- Orthopäde: Spezialist für Knochen, Gelenke und Muskeln. Bei anhaltenden Schulterschmerzen oder Verdacht auf strukturellen Schaden (Sehne, Gelenk, Knochen) die richtige Adresse.
- Schulterspezialist/Schulterchirurg: Für komplexe Diagnosen wie Rotatorenmanschettenruptur, Schulterinstabilität, Kalkschulter oder fortgeschrittene Arthrose. Für Kassenpatienten ist keine gesonderte Überweisung nötig.
- Neurologe: Wenn Taubheit, Kribbeln oder ausstrahlende Schmerzen in den Arm auftreten, sollte auch eine neurologische Ursache ausgeschlossen werden.
Wann reicht der Hausarzt – wann brauche ich einen Spezialisten?
Zum Hausarzt, wenn …
- die Schulterschmerzen erst seit wenigen Tagen bestehen und auf eine Überlastung zurückzuführen sind
- keine akute Verletzung vorausgegangen ist
- entzündliche Erkrankungen (z.B. Rheuma) ausgeschlossen werden sollen
Direkt zum Schulterspezialist, wenn …
- Schmerzen trotz Schonung länger als 4 Wochen anhalten
- die Schulter nach einer Verletzung instabil wirkt oder verformt ist
- nachts starke Schmerzen auftreten (typisches Zeichen für Sehnenprobleme)
- die Bewegungseinschränkung zunimmt (mögliche Frozen Shoulder)
- Schmerzen beim Heben des Arms über Schulterhöhe (Impingement-Verdacht)
Schmerzen im Bereich Oberarm und Schulter können auch auf Probleme in der Halswirbelsäule oder am Nervensystem hinweisen. Eine gründliche Diagnostik – idealerweise beim Schulterspezialist – schafft Klarheit.
Typische Ursachen von Schulterschmerzen
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers – das macht sie auch anfällig. Die häufigsten Ursachen im Überblick:
- Impingement-Syndrom: Einklemmen von Sehnengewebe unter dem Schulterdach, oft durch Überkopfarbeit oder Sport
- Rotatorenmanschettenriss: Einriss einer oder mehrerer Sehnen, häufig ab dem 50. Lebensjahr
- Kalkschulter (Tendinosis calcarea): Kalkablagerungen in der Sehne – können heftige Schmerzschübe verursachen
- Frozen Shoulder: Entzündliche Verkapselung des Gelenks, besonders bei Diabetikern und nach Ruhigstellung
- Schulterarthrose (Omarthrose): Gelenkverschleiß, meist im höheren Alter
- Schulterinstabilität: Häufig nach Ausrenkung (Luxation), besonders bei jungen Sportlern
Ständige Schulterschmerzen, die über mehrere Wochen anhalten, sollten immer ärztlich abgeklärt werden – je früher die Ursache bekannt ist, desto besser sind die Therapieoptionen.
Behandlungsoptionen beim Schulterspezialist
Konservativ
- Physiotherapie zur Kräftigung der Schultermuskulatur
- Kortison-Injektionen bei Entzündungen (z.B. Impingement, Bursitis)
- Stoßwellentherapie bei Kalkschulter
- Eigenbluttherapie (PRP, ACS ) zur Sehnenheilung
Operativ (arthroskopisch)
- Dekompression bei Impingement
- Sehnenrekonstruktion bei relevantem Rotatorenmanschettenriss
- Kalkentfernung bei therapierefraktärer Kalkschulter
- Schultergelenkersatz (Prothese) bei schwerer Arthrose
Wann sofort zum Arzt?
Suchen Sie umgehend eine Notaufnahme oder einen Arzt auf, wenn:
- die Schulter nach einem Unfall stark schmerzt, verformt ist oder nicht mehr bewegt werden kann (Verdacht auf Ausrenkung oder Knochenbruch)
- gleichzeitig Brustschmerzen, Atemnot oder Ausstrahlung in den linken Arm auftreten – Herzinfarkt-Ausschluss notwendig
- Fieber zusammen mit einer geschwollenen, überwärmten Schulter auftreten (Verdacht auf Gelenkinfektion)
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich mit Schulterschmerzen direkt zum Orthopäden?
Ja. In Deutschland können Sie OrthopädInnen auch ohne Überweisung vom Hausarzt aufsuchen. Eine Überweisung ist empfehlenswert, aber nicht zwingend erforderlich.
Welcher Arzt ist der beste Schulterspezialist für Kassenpatienten?
Gesetzlich Versicherte können orthopädische Fachärzte mit Schwerpunkt Schulterchirurgie direkt aufsuchen. Wichtig ist, einen Arzt zu wählen, der auf Schultererkrankungen spezialisiert ist – nicht nur einen allgemeinen Orthopäden.
Wie lange dauert die Behandlung von Schulterschmerzen?
Das hängt stark von der Ursache ab. Einfache Überlastungsprobleme können in 4–8 Wochen mit Physiotherapie ausheilen. Sehnenrisse oder eine Schulterarthrose erfordern oft eine längerfristige Therapie oder einen operativen Eingriff.
Ist ein Orthopäde auch für die Schultern zuständig?
Ja. Orthopäden behandeln das gesamte Muskel-Skelett-System – einschließlich Schulter, Knie, Hüfte und Wirbelsäule. Bei komplexen Schultererkrankungen empfiehlt sich ein Orthopäde mit ausgewiesenem Schulterschwerpunkt.
Bei Schulterschmerzen nicht zu lange warten
Schulterschmerzen, die den Alltag einschränken, sollten frühzeitig abgeklärt werden. Je früher die Ursache gefunden wird, desto besser die Therapieoptionen – und desto größer die Chance, eine Operation zu vermeiden. Das OCS MVZ Düsseldorf bietet orthopädische Spezialisten für Schulter, Knie, Hand und Rücken.
Bei anhaltenden Beschwerden beraten wir Sie gerne → OCS MVZ Düsseldorf
