Anhaltende Rückenschmerzen im Bereich der unteren Wirbelsäule, die morgens am stärksten sind und sich nach den ersten Bewegungen kurz bessern, dann aber im Tagesverlauf wiederkommen — das ist eines der typischen Bilder einer Spondylarthrose. Gemeint ist eine Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke), die mit zunehmendem Alter sehr verbreitet ist.

In der Lendenwirbelsäule (LWS) macht die Spondylarthrose besonders häufig Beschwerden, weil hier die größten Belastungen wirken. Doch nicht jede Wirbelgelenksarthrose im MRT bedeutet automatisch Operation — über 80 % der Betroffenen kommen mit einer gezielten konservativen Therapie sehr gut zurecht.

Als Wirbelsäulen-Spezialisten in Düsseldorf behandeln wir die Spondylarthrose interdisziplinär — von der präzisen Diagnostik über minimal-invasive Schmerztherapie bis zur Operation, wo wirklich nötig.

Was ist eine Spondylarthrose?

Zwischen den einzelnen Wirbeln gibt es kleine Gelenke, die sogenannten Facettengelenke. Sie tragen zur Beweglichkeit der Wirbelsäule bei und stabilisieren sie. Wie jedes Gelenk im Körper können auch diese verschleißen — der Gelenkknorpel wird dünner, Knochenkanten bilden sich, die Gelenkkapsel reagiert mit Entzündung.

Wenn dieser Verschleißprozess Schmerzen verursacht, sprechen wir von einer symptomatischen Spondylarthrose. In der Bildgebung findet sich der Verschleiß bei Menschen über 60 Jahre fast immer — Beschwerden hat aber nur ein Teil davon.

Symptome der Spondylarthrose in der LWS

  • Tiefer, dumpfer Kreuzschmerz, oft beidseits
  • Anlaufschmerz am Morgen, der nach ein paar Schritten besser wird
  • Schmerzverstärkung beim langen Stehen, Gehen oder im Hohlkreuz
  • Besserung beim Sitzen, Vornüberbeugen oder Hinlegen
  • Ausstrahlung in das Gesäß oder die hinteren Oberschenkel — selten weiter als bis zum Knie
  • Steifheit nach längerer Ruhe

Wichtig: Wenn die Schmerzen bis in den Fuß ausstrahlen, Lähmungserscheinungen oder Taubheit auftreten, ist eher an einen Bandscheibenvorfall oder eine Nervenwurzelreizung zu denken.

Diagnose in unserer Praxis

  1. Anamnese: Schmerzcharakter, Tagesverlauf, Belastungsabhängigkeit
  2. Körperliche Untersuchung mit gezielten Funktionstests (Hohlkreuz, Provokation der Facettengelenke)
  3. Röntgen der LWS in zwei Ebenen — zeigt Wirbelgelenkverschleiß und Spondylose
  4. MRT bei Bedarf — schließt Bandscheibenvorfall und Nervenwurzelreizung aus
  5. Diagnostische Facettengelenks-Infiltration unter Bildkontrolle — bestätigt die Diagnose und ist gleichzeitig erste Therapie

Konservative Behandlung — das Fundament

Die Therapie folgt einem mehrstufigen Konzept:

  • Physiotherapie — gezielter Aufbau der Rumpf- und Rückenmuskulatur, Schulung Alltagsbewegung
  • Schmerzmedikamente — NSAR kurzfristig, ggf. muskelrelaxierende Medikation
  • Manuelle Therapie und Osteopathie — zur Mobilisation blockierter Segmente
  • Facettengelenks-Infiltration — Lokalanästhetikum und ggf. niedrig dosiertes Cortison direkt ans Gelenk, unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle
  • Radiofrequenz-Denervation — Verödung der schmerzleitenden Nerven am Facettengelenk, Wirkdauer 12–24 Monate
  • Hochenergie-Magnetfeldtherapie — ergänzendes Verfahren bei chronischen Verläufen

Wann ist eine Operation nötig?

Eine OP an der Spondylarthrose ist die Ausnahme, nicht die Regel. Sie kommt in Betracht bei:

  • Begleitender Spinalkanalstenose mit Beinschmerzen und Gehstreckenverkürzung
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) mit Instabilität
  • Nervenwurzelreizung trotz monatelanger konservativer Therapie

Mögliche Verfahren reichen von der minimal-invasiven Dekompression bis zur Versteifungs-Operation. Welche Methode für Sie infrage kommt, entscheiden wir gemeinsam nach ausführlicher Diagnostik und Risiko-Nutzen-Abwägung.

Übungen für die Lendenwirbelsäule

Diese Übungen entlasten die Facettengelenke. Bitte erst nach ärztlicher Abklärung beginnen:

  1. Knie-zur-Brust-Mobilisation: Rückenlage, beide Knie sanft zur Brust ziehen, 20 Sekunden halten. 5 Wiederholungen.
  2. Beckenkippe in Rückenlage: Lendenwirbelsäule sanft in die Unterlage drücken und wieder lösen, 15 Wiederholungen.
  3. Vierfüßler-Mobilisation („Katze-Kuh“): 10 Wiederholungen, langsam, im schmerzfreien Bereich.
  4. Glutealmuskel-Kräftigung (Brücke): Rückenlage, Hüfte heben und 5 Sekunden halten. 3 × 12.

Alltag und Prävention

  • Bewegung ist die wirksamste Therapie — täglich mindestens 30 Minuten Bewegung
  • Gewicht im Normalbereich halten — jedes Kilo entlastet die Wirbelsäule
  • Rückenfreundliches Sitzen und Heben mit geradem Rücken
  • Schwimmen (Rückenschwimmen und Kraulen) ist besonders rückenfreundlich
  • Langes Stehen ohne Bewegung möglichst vermeiden

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Spondylarthrose heilbar?

Der Verschleiß selbst lässt sich nicht zurückdrehen. Die Beschwerden sind aber bei den allermeisten Betroffenen gut beherrschbar — mit gezielter Therapie können Sie viele Jahre weitgehend schmerzfrei leben.

Welcher Arzt behandelt Spondylarthrose?

Erste Anlaufstelle ist Ihr Orthopäde oder Wirbelsäulen-Spezialist. Wichtig ist eine interdisziplinäre Versorgung — Diagnostik, Schmerztherapie, Physiotherapie und ggf. minimal-invasive Verfahren aus einer Hand.

Welche Übungen helfen bei Spondylarthrose?

Übungen, die die Wirbelsäule in eine leichte Beugung bringen — Knie-zur-Brust, Beckenkippe, Katze-Kuh — entlasten die Facettengelenke. Hohlkreuz-betonende Übungen sollten vorerst vermieden werden.

Wann ist eine Operation bei Spondylarthrose sinnvoll?

Bei zusätzlicher Spinalkanalstenose mit Beinschmerzen, bei Wirbelgleiten mit Instabilität oder bei therapieresistenter Nervenwurzelreizung. Reine Wirbelgelenksarthrose ohne diese Begleitprobleme wird selten operiert.

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